Ausstellung: "Ein frisches Lied aus freier Brust..."

Veröffentlicht am: 11.11.2021
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"Ein frisches Lied aus freier Brust..." - Ausstellung einer Chorfahne aus dem 19. Jahrhundert Das Stadtmuseum Langenfeld zeigt in seiner Bibliothek eine restaurierte Langenfelder Chorfahne aus dem späten 19. Jahrhundert.

"Ein frisches Lied aus freier Brust..." - Ausstellung einer Chorfahne aus dem 19. Jahrhundert

9.11. - 2.12.2021

Das Stadtmuseum Langenfeld zeigt in seiner Bibliothek eine restaurierte Langenfelder Chorfahne aus dem späten 19. Jahrhundert.

„Ein frisches Lied aus freier Brust – schafft uns zur Arbeit neue Lust“. Dieser Text ist auf eine Fahne des Gesangsvereins „Germania Langenfeld“ aus dem Bestand des Stadtmuseums gestickt. Leider wissen wir kaum etwas über das Objekt. Wie auf der Rückseite der Fahne zu lesen ist, wurde der Verein 1888 gegründet. Ob die Fahne anlässlich der Vereinsgründung angefertigt wurde oder in den Jahren danach, ist unbekannt. Gesangsvereine haben in der Langenfelder Stadtgeschichte eine lange Tradition und zeugen von der kulturhistorischen Bedeutung der Chorgemeinschaften in der rheinisch-bergischen Region. Von daher ist auch diese aufwendig gearbeitete Fahne ein wichtiges Zeugnis der Traditionen und Geschichte Langenfelds. Umwelteinflüsse wie Sonnenlicht und Nässe habe durch Nutzung und unsachgemäße Lagerung in der Vergangenheit ihre Spuren hinterlassen. Der Samtstoff der einen Seite hatte Falten geworfen, die daran angenähte Fransenborte hatte sich stellenweise abgelöst. Schlimmer war jedoch der Zustand der aus Seide gefertigten zweiten Fahnenseite. Das Gewebe war brüchig geworden und stellenweise gerissen. Kleinere Stoffstücke rieselten herab, sobald die Fahne bewegt wurde. Durch Wasserschäden hatten sich sowohl die Seide als auch die Stickfäden verfärbt. Um eine Restaurierung finanzieren zu können, hat das Stadtmuseum im Mai 2018 einen Antrag beim Landschaftsverband Rheinland auf eine Förderung gestellt. Im Oktober kam schließlich die Zusage vom LVR und eine Restauratorin konnte beauftragt werden. Sieben Monate dauerten die Arbeiten. Als Vorbereitung hat die Restauratorin Faser- und Gewebe analysiert und die beiden Fahnenseiten voneinander getrennt. Die Fahne wurde vorsichtig mit einem Spezialsauger gereinigt, Fehlstellen mit Crepeline unterlegt. Brüchige Partien konnten wieder angenäht werden, genau wie die losgelöste Fransenborte. Mit diesen Maßnahmen wurde sichergestellt, dass die Fahne nicht weiter zerfällt und die vorhandene Substanz gesichert ist. Um als Zeugnis der lebendigen Langenfelder Chortradition auch zukünftigen Generationen erhalten zu bleiben, ist die Fahne nun unter guten Bedingungen – flach liegend und vor zu viel Feuchtigkeit und Sonnenlicht geschützt – im Depot des Stadtmuseums untergebracht. Eine dauerhafte Präsentation ist aus konservatorischen Gründen nicht möglich. Doch um den Erfolg der Restaurierung auch der Öffentlichkeit zu zeigen, ist in Kürze eine temporäre Ausstellung im Stadtmuseum geplant.